Neurofeedback – ein interaktives Gehirnwellentraining

Viele Störungen, und dazu gehören auch Legasthenie und Dyskalkulie, haben ihre Ursachen unter anderem in einer Fehlregulierung der Gehirnfunktion. Damit beschäftigt sich auch das Neurofeedbacktraining, bei dem es sich um ein computergestütztes, interaktives Gehirnwellentraining handelt.

Es hat zum Ziel, das Zentralnervensystem zu zentrieren und zu stabilisieren. Dies wird bewirkt durch Hirnströme, die dem Gehirn Anreize zur Selbstregulation geben.

Der Ablauf eines Neurofeedbacktrainings
Vor der Behandlung werden eine ausführliche Anamnese und Diagnostik durchgeführt, die dem Neurofeedbacktherapeuten bereits wertvolle Hinweise über die Beschaffenheit der zentralnervösen Erregung des Betroffenen geben. Beim Neurofeedbacktraining werden Elektroden am Kopf und an den Ohrläppchen befestigt, mit denen Hirnströme mit einem Elektroenzephalogramm, besser bekannt als EEG, abgeleitet werden. Diese Hirnströme werden auf einem Computerbildschirm sichtbar gemacht und nach einer entsprechenden Umrechnung in Echtzeit dargestellt. Über einen zweiten Bildschirm wird das Gehirn trainiert. Dies geschieht mit Hilfe von Musik und Bildanimationen, wodurch die Gehirnwellen reorganisiert werden. Dies bewirkt, dass sich das Wohlbefinden des Klienten verbessert.
Beim Neurofeedbacktraining erhält das Gehirn keine Stromstöße, stattdessen basiert es auf der Ableitung der Hirnströme mittels der Elektroden.

Wissenschaftliche Bestätigung der Wirksamkeit für ADHS
Sowohl bei der Dyskalkulie als auch bei der Legasthenie konnte kein Zusammenhang mit der realen Intelligenz des Betroffenen nachgewiesen werden. Stattdessen sind grundlegende Lernfähigkeiten gestört, die einen Teilbereich mehrerer Ursachen ausmachen können. Zu diesen sogenannten exekutiven Funktionen gehören das Arbeitsgedächtnis, die Handlungsplanung, die Selbststeuerung sowie die Selbstregulation, die Fähigkeit eine innere und äußere Ordnung einzuhalten, ein Gefühl für Zeit und deren Management, die Flexibilität des eigenen Verhaltens sowie die persönliche Handlungskontrolle.

Um diese Fähigkeiten zu verbessern wird das Neurofeedbacktraining eingesetzt, wobei es eine Vielzahl weiterer Anwendungsbereiche gibt. Bislang gibt es keine Studien, die die Wirksamkeit des Neurofeedbacktrainings im Zusammenhang mit Legasthenie und Dyskalkulie wissenschaftlich belegen.

Doch eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Erlangen weist die Wirksamkeit der Therapie bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nach.

Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass auch bei Legasthenie und Dyskalkulie mit dem Neurofeedbacktraining Erfolge erzielt werden können.