Was Eltern tun können

Derjenige Elternteil der für ein Kind die erste und wichtigste Anlaufstelle ist, wird wohl auch als Erster bemerken, wenn das Kind in der Schule Enttäuschungen erfährt, wenn es Schwierigkeiten hat oder unter einer Situation leidet. Was vielleicht mit Kopf- oder Bauchschmerzen ohne medizinische Erklärung beginnt, setzt sich möglicherweise fort in unerklärlichen Wutausbrüchen, Nägel kauen, lustlosem Spielen bis hin zu Desinteresse an der Schule und Schulverweigerung.

Wenn Sie als Mutter oder Vater oder als Eltern diese Auffälligkeiten bei Ihrem Kind feststellen, fühlen Sie sich wahrscheinlich zunächst überfordert. Denn allzu oft können Sie als Vater, Mutter oder Eltern an den unterschiedlichen Reaktionsformen nicht erkennen, ob Ihr Kind einfach keine Lust auf Schule hat, möglicherweise simuliert oder ob diese Verhaltensweisen auf eine ernsthaftere Erkrankung zurückzuführen sind oder möglicherweise auf eine Störung im Zusammenhang mit Legasthenie hindeuten.
Tatsächlich sind nur wenige Pädagogen so ausgebildet, dass sie eine Lese-Rechtschreib-Störung als solche erkennen. Manche Kinder zeichnen sich auch als gute Lerner aus und können auf diese Weise die Störungen sehr lange kompensieren, sodass die Lernschwierigkeiten oftmals erst nach Abschluss der Grundschule in einer weiterführenden Schule offensichtlich zutage treten.

Und so stehen die Eltern in den meisten Fällen zunächst allein da, auch wenn diese Erkenntnis oftmals bitter ist. Doch es ist vor allem für Ihr Kind wichtig, dass Sie es nicht schimpfen oder maßregeln, sondern dass Sie aufmerksam sind und sich Hilfe suchen sowie passende Ansprechpartner finden.

  1. Für Eltern ist es deshalb zunächst wichtig sich umfassend zu informieren, wobei das Internet die umfassendste Quelle ist. Hier finden Sie Informationen über die Ursachen und Auffälligkeiten bei Legasthenie.
  2. In einem nächsten Schritt gilt es Legasthenie als solche zu erkennen und durch Tests und andere Verfahren eine verbindliche Diagnose zu stellen. Denn sie ist unabdingbare Voraussetzung und Basis für nachfolgende therapeutische Maßnahmen. Hier können Sie als Eltern auf Fachpersonal zugreifen. Zum einen können das speziell ausgebildete Fachlehrer sein, die es an manchen Schulen gibt, oder auch der schulpsychologische Dienst. Oftmals ist es jedoch ratsam unabhängige Experten zu konsultieren. Dazu gehören speziell in dem Bereich Legasthenie ausgebildete Kinder- und Jugendpsychologen sowie Therapeuten, die nicht nur über entsprechende Erfahrungswerte verfügen, sondern auch Tests durchführen sowie weitere Therapieschritte vorschlagen können.
  3. In jedem Fall sollten Sie als Eltern mit Ihrem Kind zunächst Fachärzte aufsuchen, die mögliche medizinische Befunde abklären. Um das Hör- und Sehvermögen Ihres Kindes medizinisch überprüfen zu lassen, sollten Sie darauf spezialisierte Fachärzte aufsuchen. Dazu gehören unter anderem ein Augenarzt sowie ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Spezialisten wie Pädaudiologen, die das Hörvermögen überprüfen, sowie Optometristen und Orthoptisten, die die Funktion der Augen kontrollieren.
  4. Nehmen Sie Kontakt zu Selbsthilfegruppen und anderen Organisationen auf, sofern bei Ihrem Kind Legasthenie und/oder Dyskalkulie diagnostiziert wurde und profitieren Sie von den Erfahrungswerten anderer, die sich bereits mit Problemen auseinandergesetzt haben, die für Sie noch neu sind.
  5. Nutzen Sie die angebotenen Therapieformen, die Ihrem Kind helfen den Schulalltag und die sich anschließende Berufsausbildung besser zu bewältigen.