Anzeichen für Wahrnehmungsstörungen

Bei einer Lese-Rechtschreib-Störung wird unterschieden zwischen der auditiven Wahrnehmungsstörung, bei der die Verarbeitung der gehörten Sprache über das Ohr nicht funktioniert, und der visuellen Wahrnehmungsstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass optische Reize über das Auge zwar wahrgenommen, aber nicht verarbeitet werden.

Auditive Wahrnehmungsstörungen

Ist die auditive Wahrnehmung gestört, zeigen die betroffenen Kinder Auffälligkeiten hinsichtlich Verarbeitung des Gehörten. Das Ohr selbst ist hinsichtlich der Fähigkeit zu hören nicht gestört, aber es gelingt dem Kind nicht den gehörten Lauten eine Bedeutung zu geben.

Diese sogenannte Störung der auditiven Differenzierung zeigt sich beispielsweise bei unterschiedlichen Tonhöhen, die nicht unterschieden werden können. Das gilt auch für Instrumente wie Klavier und Trompete oder für Fahrzeuge wie Auto, Motorrad und LKW, bei denen die Klangunterschiede nicht erkannt werden. Meistens sind die von Legasthenie betroffenen Kinder nicht in der Lage Einzellaute oder Lautverbindungen zu ganzen Wörtern zusammenzufügen oder einen fehlenden Buchstaben akustisch zu erkennen und zu benennen.

Das geht meist einher mit einer Störung der auditiven Aufmerksamkeit, die sich dadurch äußert, dass das Kind sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren und das Wichtige vom Unwichtigen trennen kann. Meist ist auch die Merkfähigkeit eingeschränkt, die sich dadurch äußert, dass sich das Kind keine Reime, Gedichte oder Liedtexte merken kann.

Visuelle Wahrnehmungsstörungen

Visuelle Wahrnehmungsstörungen betreffen das Auge. Tatsächlich ist das Auge ebenso wie das Ohr nicht in seiner Funktionstüchtigkeit gestört.

Die gestörte Wahrnehmung äußert sich stattdessen dadurch, dass der Blick schlechter gesteuert werden kann. Außerdem kann das Gesehene nur bedingt mit dem fotografischen Gedächtnis abgeglichen werden.

Das bedeutet, dass das Kind große Mühe hat Buchstaben oder auch Buchstabenkombinationen als sinnvolle Wörter zu erkennen.

Das hat auch Folgen für die räumliche Wahrnehmung, bei der es schwerfällt, die Lage von einem oder mehreren Gegenständen wahrzunehmen und in Bezug zueinander zu setzen – eine wichtige Grundvoraussetzung, um räumlich angeordnete Buchstaben auseinanderzuhalten.