Kindern einen langen Leidensweg ersparen

Prävention bereits im Kindergarten und weiter in der ersten Klasse, sowie eine gezielte Förderung, nehmen Legasthenie und Dyskalkulie den Charakter eines unabwendbaren Schicksals.

Stattdessen wird vielen Kindern durch Prävention unnötiges Versagen und ein langer Leidensweg erspart. Präventive Maßnahmen setzen jedoch ein aufmerksames und verantwortungsbewusstes Umfeld voraus, was für Eltern, Erzieher und Lehrer gleichermaßen gilt.

Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule, weshalb es wichtig wäre, einen Anfangsunterricht als zentralen Baustein der Prävention zu etablieren, der förderdiagnostisch orientiert ist. Das wäre der richtige Ansatz, um das Recht aller Kinder auf Förderung an den Schulen fest zu verankern und für alle Kinder günstige und gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Das setzt wiederum eine verbesserte Lehrerausbildung voraus, vor allem in Bezug auf den Schriftspracherwerb. Denn präventive schulische Maßnahmen könnten helfen, das phonologische Bewusstsein von Kindern zu einem Zeitpunkt zu fördern, noch bevor überhaupt Probleme im Schriftspracherwerb in Erscheinung treten. Erst wenn sich länger anhaltende Defizite und Sprachentwicklungsstörungen zeigen, hilft den Kindern eine gezielte frühe Sprachförderung und Sprachtherapie.

Eine Forschergruppe der Universität Würzburg hat spezielle Sprachspiele „Hören, Lauschen, Lernen“ für Kinder im Vorschulalter entwickelt, die das phonologische Bewusstsein von Kindern fördern und die auf einem Baukastenprinzip basieren, bei dem Buchstabe für Buchstabe, Silbe für Silbe zu einem Wort, zu mehreren Wörtern und schließlich zu einem Satz zusammengefügt werden. Die Kinder lernen, dass die aus Bausteinen zusammengefügten Silben sich immer wieder zu neuen und beliebig vielen Gebilden zusammenfügen lassen.