Schwierigkeiten in der Ausbildung, im Studium und im Beruf

Legasthenie muss kein Hindernis sein, um eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen oder einen Beruf auszuüben. Erfolg oder Misserfolg von legasthenen Jugendlichen hängt vor allem vom Zusammenspiel des gesamten Umfelds ab. Durch Information und umfassende Fördermöglichkeiten kann es gelingen die Ausbildung, den Beruf und sogar ein Studium zu erleichtern und zu ermöglichen, vorausgesetzt alle mit dem Jugendlichen in Verbindung stehenden Personen wie Eltern, Lehrer und Therapeuten spielen mit.

Nachteilsausgleich und Notenschutz

Kindern und Jugendlichen, die an Legasthenie leiden, stehen Sonderrechte zu, wozu der Nachteilsausgleich und der Notenschutz gehören. Im Rahmen des Nachteilsausgleichs bekommen diese Schüler unter anderem bei der Bearbeitung schriftlicher Aufgaben mehr Zeit als die Mitschüler. Der Notenschutz bietet den Vorteil, dass beispielsweise die schriftlichen Aufgaben hinsichtlich des Schreibens und/ oder Lesens nicht bewertet werden.

Beide Instrumente werden auch im Rahmen einer Ausbildung und in der Berufsschule eingesetzt, wobei die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen können.

Legasthene Jugendliche und ihre Fähigkeiten als Unternehmer

Entscheidet sich ein legasthener Jugendlicher für ein Studium werden die aus der Schule bereits bekannten Strapazen fortgesetzt. Während allerdings in der Schule meistens noch mit dem Verständnis und der persönlichen Betreuung des Lehrers gerechnet werden konnte, verliert sich diese Unterstützung in der Anonymität einer Hochschule.

Tatsächlich fokussieren sich legasthene Jugendliche mehr auf die Aufnahme einer praktisch ausgerichteten Tätigkeit und versuchen so, die Störung  zu kompensieren. Im Rahmen der Bewerbungsaktivitäten für einen Ausbildungsberuf empfiehlt es sich offen mit den persönlichen Schwächen umzugehen und diese im Gespräch mit der Personalabteilung zu kommunizieren.

Viele legasthene Jugendliche wählen den Weg, sich im Beruf ein eigenes Umfeld zu kreieren, und zwar durch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Denn der Umgang mit Rückschlägen und das Verarbeiten müssen von Niederlagen sind Unternehmereigenschaften, die sie ein Leben lang trainiert haben.