Frühtest für Legasthenie

Legascreen ist ein Kooperationsprojekt der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft. Ziel ist die Entwicklung eines Frühtests für Legasthenie, um eine rechtzeitige Therapie und Förderung zu ermöglichen.

Durch diese Forschung soll ein Frühtest für Legasthenie entwickelt werden, der die entsprechende Veranlagung schon Jahre eher erkennt, als dies mit gegenwärtigen Verfahren möglich ist. Solch ein Frühtest soll zukünftig den Zugang zu einer rechtzeitigen Therapie deutlich verbessern.

Eines der größten Probleme bei der Behandlung von Legasthenie ist die späte Diagnose, die gegenwärtig erst zum Ende der zweiten Klasse zuverlässig möglich ist. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings ein Großteil der Sprachentwicklung bereits abgeschlossen. Wertvolle Zeit für Förderung und Therapie ist verloren gegangen. Je früher eine Veranlagung des Kindes für Legasthenie erkannt werden kann, desto eher ist es möglich, mit einer gezielten sprachlichen Förderung der Legasthenie entgegenzusteuern und spätere Probleme zu verringern.

Das  Projekt verfolgt einen anderen Ansatz und kombiniert dabei zwei Forschungsansätze:
Genetik und spezifische Messungen der Hirnaktivität (EEG).

Genetik
Legasthenie ist zu einem sehr großen Teil genetisch bedingt. Mittlerweile kennt man auch schon einige der Gene, die für die Entstehung der Legasthenie verantwortlich sind. Dies ist eine Chance, die wir in dem Projekt nutzen wollen: In den Test, den wir entwickeln, sollen Messungen von bekannten Risikogenen mit einfließen. Dadurch glauben wir, besser und vor allem frühzeitiger bestimmen zu können, welches Kind eine Veranlagung für Legasthenie besitzt und entsprechend gefördert werden müsste.

Für die genetische Untersuchung wird lediglich eine einfache Speichelprobe benötigt. Diese enthält DNS, das Erbmaterial des Menschen. Aus dieser DNS können Informationen über die Genvarianten gewonnen werden, die das Risiko erhöhen, später eine Legasthenie zu bekommen.

Sämtliche Daten werden selbstverständlich anonymisiert und nicht an Dritte weitergegeben.

EEG
Kinder mit Legasthenie haben manchmal Schwierigkeiten, ähnlich klingende Laute oder ähnlich aussehende Buchstaben voneinander zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass bei der Schriftsprache häufig das, was man hört, mit dem, was man sieht, verknüpft werden muss. Auch hierbei zeigen Kinder mit Legasthenie Probleme. Zusammengenommen äußert sich das in Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben.

Bisherige diagnostische Verfahren erlauben es nicht, das Risiko für eine Legasthenie frühzeitig zu erkennen, da sie eine hohe Aufmerksamkeitsspanne des Kindes verlangen.

Die Elektroenzephalographie, oder kurz EEG, bietet die Möglichkeit, aufmerksamkeitsunabhängig schon im frühen Kindesalter Hinweise auf ein möglicherweise bestehendes Legasthenierisiko zu geben.

Das Projekt LEGASCREEN hat sich zum Ziel gesetzt, unter Zuhilfenahme des EEG letztlich ein diagnostisches Verfahren zur frühen Risikoerkennung von Legasthenie zu entwickeln.

MRT
Während Kinder wachsen und sich entwickeln, reift und entwickelt sich gleichzeitig ihr Gehirn. In unserer Studie zur Lese-Rechtschreibstörung möchten wir die Ausbildung des Schriftspracherwerbs bei Kindern auch im Zusammenhang mit dieser gleichzeitig einhergehenden Hirnreifung untersuchen.

Uns interessiert dabei insbesondere, welches die am Schriftspracherwerb maßgeblich beteiligten Hirnstrukturen sind, wie sie sich entwickeln, und welche Rolle sie bei der Entstehung einer Legasthenie spielen.

Die Magnetresonanztomographie oder kurz MRT bietet ein bestens geeignetes Verfahren, Antworten auf diese Fragen zu erhalten.
Alle drei Verfahren werden bereits seit vielen Jahren standardmäßig eingesetzt und haben sich schon in vergangenen Studien bereits bei vielen Kindern erfolgreich bewährt.

Wir suchen Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren, deren Geschwister oder Eltern eine Legasthenie / Lese-Rechtschreibstörung haben.

Bei  Interesse klicken Sie bitte http://www.legascreen.de/teilnehmen.php

Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie
c/o Max-Bürger Forschungszentrum
Dipl.-Psych. Arndt Wilcke, M.A.
Johannisallee 30
04103 Leipzig

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Nadin Bobovnikov
Stephanstraße 1A
04103 Leipzig
info@legascreen.de