Legasthene Erwachsene im alltäglichen Leben und im Beruf

Bis heute gibt es noch immer eine Vielzahl legasthener Erwachsener, bei denen diese Störungen noch nicht einmal diagnostiziert wurden, was einhergeht mit Brüchen im Lebenslauf, mit Besuchen von Förder- und Sonderschulen, sowie mit berufsfördernden, meist ins Leere laufenden, Maßnahmen und nicht qualifizierten Jobs.

Erhalten legasthene Jugendliche und Kinder keine Förderung, setzen sich diese Störungen ins Erwachsenenalter fort, wobei der Unterschied darin besteht, dass Erwachsene diese Störungen besser kompensieren und überspielen können.

Grundsätzlich ist eine Förderung auch bei Erwachsenen möglich, deren Erfolg unter anderem von ihrem Willen abhängig ist, persönliche Hindernisse und Ängste zu überwinden. Problematisch ist auch die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz.

Das reicht hinein bis in die Forschung, die sich im Wesentlichen auf die Erforschung Legasthenie bei Kindern und Jugendlichen konzentriert.

Schwierigkeiten im beruflichen und privaten Alltag

Unsicherheiten zeigen sich vor allem in allen Situationen, in denen Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben gebraucht werden. Diese Situationen werden gemieden und damit zusammenhängende Aufgaben auf andere übertragen. Die steigende psychische Belastung geht einher mit Gefühlen der Angst, Abneigung, Scham und Hilflosigkeit.

Gleichzeitig wird das Vermeidungsverhalten intensiviert, die Unsicherheit wird verheimlicht, das Selbstvertrauen sinkt weiter und die Zweifel an der eigenen Person wachsen. Legasthene Erwachsene wissen um ihre Schwächen, sind aber nicht in der Lage den Grad der Ausprägung einzuschätzen. Doch es ist nie zu spät.

Am Beginn einer Therapie stehen das Beratungsgespräch, sowie eine qualifizierte Diagnostik mit dem Ziel ein Leistungsprofil zu erstellen, an dem sich die Therapieplanung orientiert.

Die meisten legasthenen Erwachsenen finden den Weg in die Therapie erst in Notsituationen, wenn eine Prüfung ansteht oder bestimmte berufliche Aufgaben nicht bewältigt werden können. Auch hier helfen Therapeuten gezielt, diese Situationen zu meistern.