Kindergarten und Kindertagesstätten als präventive Einrichtungen für Legasthenie

Noch bevor ein Kind Lesen und Schreiben lernt entwickelt es Vorformen der Schrift, wobei der zeitliche Entwicklungsverlauf vom jeweiligen Kind abhängig ist, das seinem eigenen Lerntempo folgt.
Kinder lernen viel allein durch Beobachten, sodass der Kindergarten, die Kindertagesstätte und vor allem die Eltern eine wichtige Vorbildfunktion innehaben. In diesem Zusammenhang wundert es nicht, dass Kinder, die schnell und gut lesen können, aus Familien stammen, in denen viele Gespräche geführt werden und viel gelesen wird. Es ist wichtig, dass sich Eltern dieser Vorbildfunktion bewusst sind oder dass Erzieherinnen in Kindergärten und Kindertagesstätten die Eltern auf diese Funktion hinweisen.

Wie aus Buchstaben Laute werden
Lesen lernen unterliegt einem Entwicklungsprozess und ist an bestimmte Fähigkeiten und Voraussetzungen geknüpft. Um mehrere Buchstaben in ein korrektes Lautmuster umwandeln zu können, braucht ein Kind die Fähigkeit Buchstaben visuell voneinander zu unterscheiden, sie miteinander zu
verbinden und in Laute zu übersetzen. Denn Lesen bedeutet nichts anderes als jedem Buchstaben einen Laut zu geben und mehrere Buchstaben in ein Lautmuster umzuwandeln. Eine Förderung der Kinder bereits im Vorschulalter im Kindergarten oder einer Kindertagesstätte erfolgt spielerisch und kann helfen die genannten Entwicklungsformen auszubilden.

Mit Spiel und Spaß zu einem phonologischen Bewusstsein
Die Grundlage für ein phonologisches Bewusstsein wird durch den Umgang mit Büchern gelegt. Im Kindergarten lernen Kinder Bücher in allen Variationen kennen. Bilderbücher und Kinderbücher wecken das Interesse am Schauen und Lesen lernen, da die Kinder so neugierig auf die Inhalte werden. Es beginnt mit dem Vorlesen, bei dem die Kinder lernen, dass die aneinander gereihten Buchstaben eine Geschichte erzählen. Darüber hinaus gibt es spezielle Trainingsmethoden im Vorschulalter, die spielerisch auf die Sprachförderung hinwirken. „Hören, lauschen, lernen“ heißt das Würzburger Trainingsprogramm, das den Erwerb der Schriftsprache fördert und sich für den Einsatz in Kindergärten eignet, was gleichermaßen für die Materialien von Lingoplay mit dem Titel „Hör genau und spiele mit“ gilt.

Eine Vielzahl von Spielen trainiert den spielerischen Umgang mit Buchstaben und Wörtern, wozu Lauschspiele gehören sowie Spiele, die das Bilden von Reimen, Sätzen, Wörtern und Silben fördern und deren Lerneffekte durch Bildkarten unterstützt werden können.