Die Anzeichen einer Legasthenie

Anzeichen einer Legasthenie zeigen sich generell in Störungen beim Lesen und Schreiben und ihren differenzierten Ausprägungen sowie in Verhaltensauffälligkeiten, die vermehrt zwischen dem zweiten und vierten Schuljahr auftreten.

Ein typisches Erkennungsmerkmal von Legasthenie ist, dass einmal gemachte Fehler trotz vermehrten Übens nicht überwunden werden und bereits Gekonntes schon am nächsten Tag vergessen ist.

Lese- und Rechtschreibfehler sind für alle Kinder im Grundschulalter typisch. Während bei den meisten Kindern diese Symptome nach und nach verschwinden, treten bei Legasthenikern die Fehler häufiger auf. Dadurch sind vor allem schlechte Noten in Deutsch durch fehlerhaftes Lesen und Schreiben vorprogrammiert, während in anderen Schulfächern zumindest am Anfang oftmals bessere Leistungen erbracht werden.

Das Auftreten der Fehler bleibt über eine lange Zeit stabil, wobei es sich nicht um dieselben Fehler handelt, diese also keine Systematik erkennen lassen.

In der Legasthenie hat sich eine Unterteilung der Fehler in verschiedene Fehlerarten als durchaus hilfreich erwiesen. Da gibt es Phonemfehler, die von der lautgetreuen Schreibung abweichen, oder Regelfehler, die unter anderem Fehler bei der Groß- und Kleinschreibung kennzeichnen. Auch Speicherfehler und Merkfehler sind Symptome und Merkmale für eine Legasthenie.

Neben Lesen und Schreiben können weitere Symptome hinzukommen. Gemeint sind primäre und sekundäre Verhaltensauffälligkeiten. Während die einen ein Merkmal für eine Lese-Rechtschreib-Störung sind, treten sekundäre Verhaltensauffälligkeiten auf, wenn die Legasthenie unerkannt bleibt oder ignoriert und das Kind nicht gefördert wird.

Dann kann sich das Kind aus vielerlei Gründen auch vom Schulbetrieb abgrenzen, beispielsweise aus Angst oder aus einer Schutzfunktion heraus. Dadurch kann die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit verhindert werden und in einen Teufelskreis münden.