#3265
Siegbert Rudolph
Teilnehmer

Zur Verwechslung von b und d: Geben sie Ihrem Kind doch einfach einmal eine Text, den es nicht lesen soll, sondern in dem es nur zuerst auf jedes d und dann auf jedes b zeigen soll. Normalerweise erledigen die Kinder das ohne Fehler oder fast ohne Fehler. Es ist nicht der Buchstabe, den sie verwechseln, sonder die „Oberflächlichkeit“ mit der sie die Wörter entschlüsseln. Wenn es sich um Zweit- bis Drittklässler handelt, kann man das Problem meist relativ schnell in den Griff bekommen. Wenn die Schüler älter sind, kann das schon einige Monate dauern, bis das Problem beseitigt ist. Nicht der Buchstabe alleine ist das Problem, sondern die Umgebung des Buchstabens, der Kontext, in dem er steht. Und der prägt die Phantasie bzw. das Rateschema mit dem das Kind die Wörter entschlüsselt. Es gibt verschiedene Übungsmöglichkeiten. Manchmal muss man bei den Verwechslungen von b und d und ei und ie aber wirklich alle Register ziehen.
Die Ursache des Problems ist meist, dass die Schüler zu früh anfangen, schnell zu lesen! Und dann entwickeln sie Ratestrategien, und die hängen einfach davon ab, was das Kind denkt, wie es im Text weiter gehen könnte.
Siegbert Rudolph