Mögliche Wahrnehmungsstörungen

Bei einer Dyskalkulie können neben mathematischen Auffälligkeiten auch Wahrnehmungsstörungen auftreten, die sich unter anderem äußern durch Schwierigkeiten bei der Raumorientierung sowie durch die fehlende Fähigkeit, eine Menge oder Länge sowie Gewicht oder Zeit richtig einzuschätzen. Diese Orientierungs- und Alltagsschwierigkeiten konzentrieren sich vor allem auf Handlungsabläufe sowie auf Gedächtnis- und Orientierungsleistungen.

Die mangelnde Fähigkeit, Handlungsabläufe zu merken, zu planen und zu strukturieren

Die mit einer Dyskalkulie einhergehenden Wahrnehmungsstörungen treten unter anderem bei Handlungsabläufen auf. Im Fachjargon heißen sie serielle Leistungen und betreffen die Fähigkeit sich Arbeitsschritte vorzustellen und auch im Gedächtnis zu behalten.
So fällt es einem Kind schwer Hausaufgaben zu planen und zu strukturieren sowie den arbeitsmäßigen und zeitlichen Umfang einzuschätzen, was gleichermaßen auch für andere Aufgaben wie Tischdecken gilt.

Da die einzelnen Arbeitsschritte nicht in einen Zusammenhang gebracht werden können, muss sich das Kind jede einzelne Handlung merken, wodurch das Gedächtnis überfordert wird.

Fehlende Raumorientierung und die Schwierigkeit, Zeit, Menge, Länge und Gewicht zu bestimmen

Von Dyskalkulie betroffene Kinder haben häufig Probleme mit der Raumorientierung. Dies äußert sich beispielsweise dadurch, dass Sie nach einem Sitzplatzwechsel in ihrem Klassenraum tagelang desorientiert sind und nicht wissen, wo sie sitzen und wer neben ihnen sitzt. Schwierigkeiten bei der räumlichen Orientierung betreffen auch die Rechts-Links-Orientierung und können auch auf einen kleinen Raum begrenzt sein, beispielsweise das Auffinden einer bestimmten Seite in einem Buch oder in einem Arbeits- oder Schulheft.

Auch das Einschätzen von Zeit fällt diesen Kindern schwer und kann nicht nur die Uhrzeit oder die Dauer betreffen, sondern auch den Tag und die Tageszeit, den Monat und sogar die Jahreszeit.

Auch das Lesen einer Uhr bereitet Schwierigkeiten, was heutzutage jedoch durch eine Digitalanzeige umgangen werden kann. Das gilt gleichermaßen für das Einschätzen einer Länge, beispielsweise beim Spielen oder bei einer sportlichen Betätigung, sowie das Schätzen einer Menge oder von Gewicht.