Kindergarten und Kindertagesstätten als präventive Einrichtungen für Dyskalkulie

Gedächtnis, Sprache und Wahrnehmung sind die wesentlichen kognitiven Basisfähigkeiten, um ein mathematisches Verständnis zu entwickeln. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die wesentlichen Entwicklungsschritte mathematischen Denkens im Vorschulalter ablaufen, sodass das Kindergartenalter eine sensitive Periode in der Ausbildung des mathematischen Verständnisses ist. Fest steht auch, dass die Dyskalkulie auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist, wobei bis heute in der Forschung keine Antworten auf die Gewichtung und Häufigkeit der einzelnen Faktoren gegeben werden können. Als mögliche Ursachen werden diskutiert eine genetische Prädisposition, Hirnreifestörungen, psychologische und psychosoziale Faktoren und auch didaktische Faktoren, beispielsweise in der Interaktion zwischen Kind und Erzieher sowie Eltern und Kind.

Es ist wichtig, dass das Bewusstsein der Eltern sowie der Erzieher und später Lehrer durch Informationen und Kenntnis über Dyskalkulie geschärft wird.

Mit Spielen den Grundstein für die Ausbildung von Rechenfähigkeiten legen
Es gibt eine Reihe von Spielen, in denen die Fähigkeiten trainiert werden, die im Zusammenhang mit einer Dyskalkulie beeinträchtigt werden können. Es sind vor allem Ball- und Bewegungsspiele, die die Koordinationsfähigkeit und das Erfassen des eigenen Körperschemas trainieren. Dazu gehören auch einfache Übungen wie Purzelbäume, Tanzen, einfache Kletterübungen oder auch Singspiele, bei denen an bestimmten Stellen in die Hände geklatscht wird oder die Bewegungen eines anderen nachgeahmt werden. Geeignet sind auch Spiele, die der räumlichen Orientierung dienen oder der Erfassung von Raumlagebeziehungen. Kinder sollten außerdem ein Verständnis für unterschiedliche Mengen und Größen entwickeln, was anhand von unterschiedlich großen und geformten Bauklötzen trainiert werden kann. Auf diese Weise können Kinder lernen, dass die Anzahl einer Menge und ihre räumliche Anordnung unabhängig voneinander sind. Eine wichtige Voraussetzung für Lernen ist außerdem, dass gelernte Inhalte im Gedächtnis gespeichert werden, was später beim Kopfrechnen relevant wird. Die Gedächtnisleistung wird unter anderem durch Spiele wie Memory und Puzzle für Kinder im Vorschulalter oder auch durch einfache Zählspiele trainiert.